[Ich hab da mal ne Frage] Wie schaffst du es, die Balance zu finden zwischen Herausfordern und Akzeptieren? (2)

Von Himmelsstürmer stammt diese spannende Frage, von der ich einige Aspekte schon im ersten Teil des Artikels aufgegriffen habe:

Wie schaffst du es, die Balance zu finden zwischen Herausfordern und Akzeptieren? Du erkennst sicher oft schnell den Knotenpunkt, aber wie hältst du es aus, ihn nicht gleich damit zu konfrontieren und ihn herauszufordern, einen Schritt zu machen? Wie findest du das richtige Tempo, um ihn zu fordern, aber nicht zu überfordern? Fällt es dir leicht, dich zurück zu halten, auch wenn du schon von Anfang an siehst, wo das Problem liegt? Gibst du auch mal Dinge vor oder versuchst du ihn alles selbst entdecken zu lassen, auch, wenn es länger dauert? Bist du eher ein Führer oder ein Begleiter? Hoffe du verstehst, worauf ich hinaus will? Vielen Dank schonmal!

Hier nun die restlichen Fragen mit Antworten:

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[Ich hab da mal ne Frage] … Wie schaffst du es, die Balance zu finden zwischen Herausfordern und Akzeptieren? (1)

Von Himmelsstürmer stammt die heutige spannende Frage:

Wie schaffst du es, die Balance zu finden zwischen Herausfordern und Akzeptieren? Du erkennst sicher oft schnell den Knotenpunkt, aber wie hältst du es aus, ihn nicht gleich damit zu konfrontieren und ihn herauszufordern, einen Schritt zu machen? Wie findest du das richtige Tempo, um ihn zu fordern, aber nicht zu überfordern? Fällt es dir leicht, dich zurück zu halten, auch wenn du schon von Anfang an siehst, wo das Problem liegt? Gibst du auch mal Dinge vor oder versuchst du ihn alles selbst entdecken zu lassen, auch, wenn es länger dauert? Bist du eher ein Führer oder ein Begleiter? Hoffe du verstehst, worauf ich hinaus will? Vielen Dank schonmal!

Hier sind so viele einzelne Fragen und Aspekte, dass ich mich zu einem „Punkte-Beitrag“ in zwei Teilen entschieden habe. 🙂 Hier also der erste Teil mit den ersten Punkten:

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Trost – ein Therapeutikum für die Seele

Ich bin untröstlich!“, schluchzt die Dame mittleren Alters, die vor Kurzem überraschend Witwe geworden ist. Mit einem Taschentuch trocknet sie die Tränen, die ihr über die Wangen laufen. „Wie soll das denn jetzt nur weitergehen?“. Zur Beisetzung sind viele Menschen gekommen. Ein paar wenige gute Freundinnen hat sie, allerdings wissen diese auch nicht recht, wie sie helfen können. „Und eine hat gesagt, es würde bestimmt bald wieder gut werden und wollte mir Tipps geben, was ich jetzt tun soll! Ich will das überhaupt nicht! DIE KÖNNEN MIR GESTOHLEN BLEIBEN MIT IHREM TROST!!“, brüllt sie nun in größter Wut und Erschütterung.

Solche Gespräche kann man erleben, wenn man therapeutisch arbeitet, aber auch im ganz privaten Umfeld. Was tut man in solch einer Situation? Jemanden trösten, bei dem sich zur Trauer auch noch Wut mischt, scheint doppelt schwer.

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Von der Tendenz, wertvolle Momente der Begegnung zu zerstören

Kürzlich stieß ich auf diesen Comic von Sarah Andersen, die es oft vortrefflich versteht, eine Begebenheit in ein passendes Bild umzuwandeln:

Quelle: http://sarahcandersen.com/

Hier geht es also konkret darum, einen Moment besonderer Nähe durch eine unpassende Aktion zu beenden. In diesem Fall durch einen schlechten Witz; genausogut könnte man ein Missgeschick produzieren: das Getränk verschütten, stolpern, sich verschlucken, ….
Das Tückische ist ja nun, dass wir das bewusst überhaupt nicht wollen. Die Frau im Comic macht sich im dritten Bild schon große Sorgen, dass ihr Gehirn den Moment durch das „Abwerfen“ des schlechten Witzes zerstört – was dann auch eintrifft. Wie können wir das verstehen?

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Ritzen – eine neurobiologische Perspektive

In meiner psychotherapeutischen Arbeit spreche ich häufig mit (hauptsächlich) jungen Menschen, die sich ritzen oder früher geritzt haben. Meist erzählen sie mir, dass sie im Umfeld auf großes Unverständnis stoßen. Häufig hören sie Aussagen wie „Lass es doch einfach sein!“ oder „wie kannst du sowas nur machen??“ und fühlen sich unverstanden. Leider höre ich auch immer wieder von Fällen, in denen die Betroffenen selbst bei Psychotherapeuten auf Unverständnis getroffen zu sein scheinen.
In diesem Artikel möchte ich einen kleinen Einblick in dieses Thema geben, mit dem sich eigentlich ganze Bücher füllen lassen.

[ACHTUNG – für Menschen mit selbstverletzendem Verhalten können unten stehende Ausführungen unter Umständen als Trigger fungieren. Sorgt bitte gut für euch und entscheidet bewusst, ob ihr weiterlesen möchtet oder nicht.]

Warum ritzen sich Menschen?

Die Gründe fürs Ritzen sind meiner Erfahrung nach mindestens so verschieden wie die Menschen selbst. In meinen Gesprächen versuche ich, mit der betroffenen Person eine möglichst individuelle Antwort auf diese Frage zu finden.


Sehr viele, insbesondere Borderline-Patienten, berichten von einer Spannungsreduktion durch das Ritzen. Zuvor habe sich ein innerer, emotionaler Druck aufgebaut, der nun irgendwie entladen werden müsse. Beim Ritzen selbst spüren viele Menschen kaum oder gar keine Schmerzen. Für Patienten mit Borderline-Diagnose wurden die diesbezüglichen neurobiologischen Mechanismen untersucht. Kurz zusammengefasst: Der innere Druck lässt sich mit einer übermäßigen Aktivität in bestimmten Gehirnbereichen (u.a. der Amygdala), die für die Emotionsverarbeitung zuständig sind, neurologisch zeigen. Werden Schmerzreize (in den Studien mit Hitze über bestimmte Applikatoren) zugefügt, springt hier ein Mechanismus an, der die Aktivität in den zuvor übermäßig aktiven Hirnbereichen reduziert und auch eine Reduktion der gefühlten Schmerzintensität bewirkt.[1] [2] Dieser Regelkreislauf funktioniert so bei Menschen ohne Borderline-Diagnose nicht.

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