Sigmund Freuds Couch

Therapeuten sind auch (nur) Menschen – Impressionen aus einer besonderen Fortbildung

Nachdem der „Haben Sie auch so Probleme wie normale Menschen?“-Artikel so großen Anklang gefunden hat, möchte ich euch heute einen weiteren Einblick in die Menschlichkeit von uns psychotherapeutisch Tätigen geben. 🙂 Eine kleine Erzählung über (geteilte) Freud und (geteiltes) Leid in einer besonderen Fortbildung.

Vor einiger Zeit hatte ich die Möglichkeit, an einer ganz wunderbaren Fortbildung teilzunehmen. Im Gegensatz zu den „klassischen“ Kongressen, zu denen (mehr oder minder…) hochkarätige Experten eingeladen werden, die zu bestimmten Themen referieren oder Fortbildungen, die von einem Seminarleiter geleitet werden, hat sich hier eine Gruppe an Therapeuten zusammen gefunden und auf eigene Faust ein kleines Symposium organisiert. Die Idee war: jeder therapeutisch Tätige hat irgendetwas Besonderes, das er mit den Anderen teilen kann, wofür er allein Experte ist.

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Interview mit mir bei Pixeldiskurs!

Ihr Lieben, ich werde berühmt! 😀
Nun, das vielleicht eher nicht, aber ich bin doch ein bisschen stolz darauf, von Stefan Simond vom sehr hörenswerten Pixeldiskurs-Podcast interviewt worden zu sein! Wir haben uns beim Gamescom-Congress kennengelernt, er hat mich ganz spontan interviewt und nun ist das Ergebnis im Podcast (ab Stunde 1:50) hier zu hören. Wir sprechen darüber, auf welchen Ebenen Computerspiele psychotherapeutisch genutzt werden können und warum uns manche Spiele so besonders ansprechen.
Natürlich kann man das Thema in einer so kurzen Zeit nur anreißen, aber es hat mir großen Spaß gemacht, mich mit ihm zu unterhalten… Also wer mal reinhören möchte, sei herzlich Willkommen!

An dieser Stelle auch wieder ein herzliches Willkommen allen neuen Followern! Wie schön, dass ihr dazu gestoßen seid, ich freue mich sehr!

Mitreden? Gerne!
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Titelbild: cogdogblog, 2013-365-310 Speak! (10728076475), Lizenz: CC0 1.0 (gemeinfrei)

Was mache ich mit meinem Leben?!

Ihr Lieben, lange war es ruhig hier und das ganz ohne Ankündigung. Dafür möchte ich mich erstmal entschuldigen. Im Vorfeld hatte ich nicht damit gerechnet, dass es so lange dauern würde. Und trotzdem sind in dieser Zeit einige neue Abonnenten hinzugekommen – herzlich Willkommen!
Ich habe in den letzten Monaten viel darüber nachgedacht, wie ich mein Berufs- und mein privates Leben gestalten möchte, was wirklich wichtig ist und wie ich mein Leben sinnvoll leben kann. Das klingt nach großen Fragen und ich wollte das im Vorfeld nicht ankündigen, um mir selbst keinen Druck zu machen, dann irgendwann eine bahnbrechende Erkenntnis und Neuorientierung präsentieren zu müssen.

Eine Feststellung, die mich lange umgetrieben hat, war diese:
Die Welt geht den Bach runter und du machst Psychotherapie.

Kann ich das verantworten? Müsste ich nicht im Umweltschutz arbeiten? Meinen winzigen Beitrag zum Erhalt dieses Planet zumindest ein klein wenig vergrößern, indem ich ihm mein Arbeitsleben widme?

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[Ich hab da mal ne Frage] Wie schaffst du es, die Balance zu finden zwischen Herausfordern und Akzeptieren? (2)

Von Himmelsstürmer stammt diese spannende Frage, von der ich einige Aspekte schon im ersten Teil des Artikels aufgegriffen habe:

Wie schaffst du es, die Balance zu finden zwischen Herausfordern und Akzeptieren? Du erkennst sicher oft schnell den Knotenpunkt, aber wie hältst du es aus, ihn nicht gleich damit zu konfrontieren und ihn herauszufordern, einen Schritt zu machen? Wie findest du das richtige Tempo, um ihn zu fordern, aber nicht zu überfordern? Fällt es dir leicht, dich zurück zu halten, auch wenn du schon von Anfang an siehst, wo das Problem liegt? Gibst du auch mal Dinge vor oder versuchst du ihn alles selbst entdecken zu lassen, auch, wenn es länger dauert? Bist du eher ein Führer oder ein Begleiter? Hoffe du verstehst, worauf ich hinaus will? Vielen Dank schonmal!

Hier nun die restlichen Fragen mit Antworten:

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[Ich hab da mal ne Frage] … Wie schaffst du es, die Balance zu finden zwischen Herausfordern und Akzeptieren? (1)

Von Himmelsstürmer stammt die heutige spannende Frage:

Wie schaffst du es, die Balance zu finden zwischen Herausfordern und Akzeptieren? Du erkennst sicher oft schnell den Knotenpunkt, aber wie hältst du es aus, ihn nicht gleich damit zu konfrontieren und ihn herauszufordern, einen Schritt zu machen? Wie findest du das richtige Tempo, um ihn zu fordern, aber nicht zu überfordern? Fällt es dir leicht, dich zurück zu halten, auch wenn du schon von Anfang an siehst, wo das Problem liegt? Gibst du auch mal Dinge vor oder versuchst du ihn alles selbst entdecken zu lassen, auch, wenn es länger dauert? Bist du eher ein Führer oder ein Begleiter? Hoffe du verstehst, worauf ich hinaus will? Vielen Dank schonmal!

Hier sind so viele einzelne Fragen und Aspekte, dass ich mich zu einem „Punkte-Beitrag“ in zwei Teilen entschieden habe. 🙂 Hier also der erste Teil mit den ersten Punkten:

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[Ich hab da mal ne Frage…] „Wie hältst du’s mit der Transparenz?“

Und los geht das neue Projekt „Ich hab da mal ne Frage“ mit der ersten Frage von Seelen Splitter:

„Wie hältst du es mit der Transparenz. Also findest du es wichtig für den Klienten transparent (natürlich angemessen) zu sein oder findest du Distanz besser.?“

Eine ganz wunderbare Frage! 🙂 Und eine ganz zentrale, da sich daran ja auch verschiedene Therapie-Schulen unterscheiden. Ich überzeichne mal ein bisschen, damit es deutlich wird: derzeit lese ich den Panama-Hut von Yalom, der ja ein fantastisches Beispiel für einen Therapeuten ist, der mit großer (persönlicher) Transparenz arbeitet. Im Gegensatz dazu steht die ganz klassische, konservative Psychoanalyse (auch hier gibt es verschiedene Strömungen), in der der Therapeut noch immer eher die Funktion einer möglichst „weißen Wand“ / leeren Projektionsfläche haben und möglichst nur durch fachliche Äußerungen in Erscheinung treten soll. Die Idee dahinter ist, eine gute Grundlage für eine Übertragungsbeziehung zu schaffen, in der sich die inneren Konflikte des Patienten gut entfalten und dann eben auch bearbeiten lassen. Die Vorgehensweise leuchtet mir ein, aber sie sagt mir persönlich nicht zu. Ich erinnere mich an einen potenziellen Lehranalytiker,

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[Ich hab da mal ne Frage]

Im letzten Beitrag endete ich mit diesem Zitat aus einer Therapiestunde:

Patient, etwa 20 Jahre, ganz am Ende der Stunde; wir arbeiteten da seit etwa 3 Monaten zusammen.
Pat: „… ich hab da mal ne Frage!“
Ich: „Ja, schießen Sie los!“
Pat.: „Soll ich mit Ihnen eigentlich auch über meine Probleme reden?“

😀 😀 Ein Schmunzeln konnte ich mir nicht verkneifen… (ich fand bei ihm einen sehr ressourcenorientierten Ansatz zielführend)

Beim weiteren Nachdenken fiel mir dann aber auf, wie klug diese Frage eigentlich ist, wenn man sie etwas weiter denkt: denn schlussendlich fragt er ja, was ich als Psychologin von ihm als Patienten erwarte.

Und daraus entstand meine Idee einer neuen Kategorie, die ich auch gerne „Ich hab da mal ne Frage…“ nennen würde – vorerst mal als Arbeitstitel. In dieser Kategorie sollen EURE Fragen beantwortet werden. Was wolltet ihr einen Psychologen / Psychotherapeuten (in Ausbildung) schon immer gern mal fragen? Das können eben genau solche Fragen sein wie:
– „Hast du Erwartungen an deine Patienten?“
„Haben Sie auch so Probleme wie normale Menschen?“
– „Gibt es Fälle, von denen du dich nur schwer distanzieren kannst?“
– „Gibt es etwas was dich so richtig an deinem Job nervt?“

… oder etwas ganz Anderes. Ich verspreche, zu jeder Frage einen Antwort-Artikel zu verfassen!
Sollte jemand anonym fragen wollen, könnte man sich z.B. eine anonyme Mailadresse einrichten und mir eine Mail schicken. Ansonsten natürlich auch gerne per Kommentar hier unten (anonym z.B. mit Angabe einer 10-minute-Mailadresse)…

Also: was wolltet ihr einen Psychologen schon immer mal fragen?

Ein ganz herzliches Willkommen an dieser Stelle natürlich auch allen neuen Lesern / Followern! Schön, dass ihr da seid! Vielleicht habt ihr ja auch schon eine Frage? 🙂


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Der mächtige Krieger – Gewalt in Videospielen

... oder: warum Egoshooter aus Menschen keine Killer machen

Nach einem Amoklauf stellt sich meistens heraus, dass der Amokläufer sogenannte Ego-Shooter gespielt hat. Dabei handelt es sich um ein spezielles Genre, in der man aus der Ego-Perspektive heraus eine Spielfigur steuert und meist in einem Kriegs-Setting gemeinsam mit anderen Spielern Gegner ausschalten muss. Medial wird dann häufig kommuniziert: Die Egoshooter haben aus dem Menschen einen Killer gemacht!

Zuallerst: Hier begegnen wir einem ganz häufig auftretenden Fehler: Korrelation wird mit Kausalität verwechselt. Bei einer Korrelation treten zwei Dinge zusammen auf – der Mensch läuft Amok und hat Egoshooter gespielt; bei einer Kausalität besteht ein ursächlicher Zusammenhang zwischen zwei Dingen – der Mensch ist durch die Egoshooter zum Amokläufer geworden. Eine Kausalität muss aber wissenschaftlich untersucht werden und ist eben nicht durch die reine Korrelation gegeben.

Schauen wir uns also die Studienlage an:

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Sigmund Freuds Couch

Psychotherapeuten auf der Couch?

Na? Irritiert? Gut so! Und andererseits schade. Denn es zeigt, wie wenig bekannt es ist:

Psychotherapeuten gehen während ihrer Ausbildung selbst in Therapie.

Und das ist wichtig. Wie könnten wir denn anderen Menschen beim Erforschen ihrer inneren Landkarte, beim Bezwingen von Bergen und Durchschreiten von Tälern, helfen, wenn wir unsere eigene innere Landschaft nicht kennen? Auch wir haben Berge und Täler, sonnendurchflutete Wiesen und dunkle Höhlen. Und nur, wenn wir wissen, wie wir uns auf den verschiedenen Terrains bewegen müssen, können wir unseren Patienten als „Guide“ auf ihrem ganz eigenen Weg begleiten.

Ansonsten könnte es auch passieren, dass wir die innere Landschaft unseres Patienten mit unserer eigenen verwechseln und – sogar ohne es zu merken – uns selbst im Patienten versuchen zu therapieren. Außerdem sammeln wir natürlich eine ganze Reihe an wertvollen Erfahrungen:

Weiterlesen „Psychotherapeuten auf der Couch?“
Blogparade Trost echter Trost spenden Psychotherapie trösten

[Aufruf!] Blog-Parade zum Thema „Trost“

Liebe Mit-Blogger,

Trost kennen wir alle und wir wünschen ihn uns alle, wenn es uns schlecht geht. Und so oft bekommen wir den Trost nicht, den wir ersehnen. Machmal scheint das Umfeld überfordert zu sein und nicht zu wissen, wie es auf eine gute Weise Trost spenden kann. Und da kommt ihr ins Spiel:


Schreibt einen Blog-Artikel zum Thema!

Ein paar Gedankenanstöße:

  • Was ist für dich „guter“, „echter“ Trost?
  • Muss Trost zwingend von einem anderen Menschen kommen?
  • In welchen Situationen hast du hilfreichen Trost erfahren?
  • Welche negativen Erfahrungen hast du mit Trost gemacht?
  • Wie tröstest du selber andere Menschen?
  • Hast du vielleicht auch im beruflichen Kontext mit Trost zu tun?
  • Wünschst du dir etwas im Bezug auf den gesellschaftlichen Diskurs zum Thema?
  • … und selbstverständlich alles, was du sonst noch mitteilen möchtest.

Interesse? Dann lies weiter:

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