News: Tiefengaming-Blog!

Das ist nicht das Projekt, welches noch nicht in trockenen Tüchern ist, aber es hat damit zu tun: nachdem das mit den eierlegenden Wollmilchsäuen ja nicht so gut funktioniert und ich auf der Gamescom auf sehr viel Interesse gestoßen bin, habe ich beschlossen, meine Game-Gedanken in einen extra-Blog auszulagern – Tiefengaming. Dort wird sich alles um die tiefenpsychologisch-analytische Sicht auf Computerspiele drehen – auf aktuelle und ältere Titel. Ich werde mich dort mit der Symbolik in Spielen, mit der Deutung einzelner Quests, aber auch ganzer Storys befassen, von der Gamescom berichten, die Sinnhaftigkeit der „Gaming Disorder“-Diagnose diskutieren und so manches mehr. 🙂

Selbstverständlich würde ich mich sehr freuen, euch auch auf dem neuen Blog als Abonnenten zu begrüßen und mit euch ins Gespräch zu kommen! 🙂 Hier wird es natürlich weitergehen, allerdings ohne Gaming-Beiträge.

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Titelbild: JJ Harrison (https://www.jjharrison.com.au/), Water Dolphin, Zuschnitt, Kontrast, Schrift & Verdunkelung von Jessica (Tiefengaming), Lizenz: CC BY-SA 3.0

Was mache ich mit meinem Leben?!

Ihr Lieben, lange war es ruhig hier und das ganz ohne Ankündigung. Dafür möchte ich mich erstmal entschuldigen. Im Vorfeld hatte ich nicht damit gerechnet, dass es so lange dauern würde. Und trotzdem sind in dieser Zeit einige neue Abonnenten hinzugekommen – herzlich Willkommen!
Ich habe in den letzten Monaten viel darüber nachgedacht, wie ich mein Berufs- und mein privates Leben gestalten möchte, was wirklich wichtig ist und wie ich mein Leben sinnvoll leben kann. Das klingt nach großen Fragen und ich wollte das im Vorfeld nicht ankündigen, um mir selbst keinen Druck zu machen, dann irgendwann eine bahnbrechende Erkenntnis und Neuorientierung präsentieren zu müssen.

Eine Feststellung, die mich lange umgetrieben hat, war diese:
Die Welt geht den Bach runter und du machst Psychotherapie.

Kann ich das verantworten? Müsste ich nicht im Umweltschutz arbeiten? Meinen winzigen Beitrag zum Erhalt dieses Planet zumindest ein klein wenig vergrößern, indem ich ihm mein Arbeitsleben widme?

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[Ich hab da mal ne Frage…] „Wie hältst du’s mit der Transparenz?“

Und los geht das neue Projekt „Ich hab da mal ne Frage“ mit der ersten Frage von Seelen Splitter:

„Wie hältst du es mit der Transparenz. Also findest du es wichtig für den Klienten transparent (natürlich angemessen) zu sein oder findest du Distanz besser.?“

Eine ganz wunderbare Frage! 🙂 Und eine ganz zentrale, da sich daran ja auch verschiedene Therapie-Schulen unterscheiden. Ich überzeichne mal ein bisschen, damit es deutlich wird: derzeit lese ich den Panama-Hut von Yalom, der ja ein fantastisches Beispiel für einen Therapeuten ist, der mit großer (persönlicher) Transparenz arbeitet. Im Gegensatz dazu steht die ganz klassische, konservative Psychoanalyse (auch hier gibt es verschiedene Strömungen), in der der Therapeut noch immer eher die Funktion einer möglichst „weißen Wand“ / leeren Projektionsfläche haben und möglichst nur durch fachliche Äußerungen in Erscheinung treten soll. Die Idee dahinter ist, eine gute Grundlage für eine Übertragungsbeziehung zu schaffen, in der sich die inneren Konflikte des Patienten gut entfalten und dann eben auch bearbeiten lassen. Die Vorgehensweise leuchtet mir ein, aber sie sagt mir persönlich nicht zu. Ich erinnere mich an einen potenziellen Lehranalytiker,

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Sigmund Freuds Couch

Psychotherapeuten auf der Couch?

Na? Irritiert? Gut so! Und andererseits schade. Denn es zeigt, wie wenig bekannt es ist:

Psychotherapeuten gehen während ihrer Ausbildung selbst in Therapie.

Und das ist wichtig. Wie könnten wir denn anderen Menschen beim Erforschen ihrer inneren Landkarte, beim Bezwingen von Bergen und Durchschreiten von Tälern, helfen, wenn wir unsere eigene innere Landschaft nicht kennen? Auch wir haben Berge und Täler, sonnendurchflutete Wiesen und dunkle Höhlen. Und nur, wenn wir wissen, wie wir uns auf den verschiedenen Terrains bewegen müssen, können wir unseren Patienten als „Guide“ auf ihrem ganz eigenen Weg begleiten.

Ansonsten könnte es auch passieren, dass wir die innere Landschaft unseres Patienten mit unserer eigenen verwechseln und – sogar ohne es zu merken – uns selbst im Patienten versuchen zu therapieren. Außerdem sammeln wir natürlich eine ganze Reihe an wertvollen Erfahrungen:

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Traumsymbole Träume Bedeutung Traumdeutung C.G. Jung

[Träume] Auf der Suche nach einer seriösen (Traum-)Symboldatenbank?

Immer wieder stoße ich im Netz auf Seiten, die sich mit Traumdeutung befassen; finde in Foren und sozialen Netzwerken Links auf zum Teil dubiose Inhalte, die mehr an ein Horoskop als an eine seriöse Informationsseite erinnern. Gibt es kostenlos überhaupt etwas Brauchbares? (Achtung – auch in kostenpflichtigen Angeboten / Büchern findet man oft Quacksalberei)

Empfehlen kann ich Symbolonline; geschrieben von Psychotherapeuten, die nach C.G. Jung ausgebildet worden sind. Die jungianische Psychologie beschäftigt sich eingehend mit Symbolik und hat auf dieser Seite eine Vielzahl an Traumsymbolen zusammengetragen und ausführlich erklärt – kostenlos und jederzeit zugreifbar :

https://symbolonline.de/

Anders als auf manch anderer Seite wird man hier kein „wenn du im Traum das siehst, dann bedeutet das das“ finden, sondern eine Vielzahl an möglichen Interpretationen, die auf die eigene Situation hin angepasst werden müssen. Die spannende Herausforderung, den Brückenschlag zum eigenen Leben und der vielleicht gemeinten Gegebenheit zu finden, bleibt uns hier zum Glück erhalten! [Alles Andere ist ohnehin unseriös und schlicht falsch]

Ich persönlich stöbere dort sehr gerne und lerne immer wieder etwas Neues über Traumsymbole dazu….

Mehr lesen zum Thema „Träume“?

Hilfeschrei aus dem Traum
Sind Träume nur Schäume?
Aus der Praxis 2: Wie deutet man Träume? 8 Schritte zum Ziel

Bildnachweis: (c) Gozitano, Dreamcatcher in the sky, Helligkeits-, Kontrast- und Farbtonveränderung von Jeca (Psychologik), CC BY-SA 4.0

Mein Podcast-Roll

Lange war es still – meine herzliche Entschuldigung dafür. Die neue Arbeitstelle, von der ich beim letzten Gänseblümchen berichtet habe, gefällt mir gut, allerdings hat sie zusammen mit einigen anderen Aktivitäten im Januar doch viel Zeit gekostet. Ich habe allerdings die Hoffnung, dass der Februar etwas überschaubarer wird und sich hier im Blog dann auch wieder mehr tut.

Berufsbedingt sitze ich viel im Auto und habe kürzlich die Welt der Podcasts (beim Autofahren) für mich entdeckt, weswegen ich den ersten Beitrag des neuen Jahres nutzen möchte, um euch meinen aktualisierten Podcast-Roll ein wenig ausführlicher darzustellen…

Jung und freudlos: Eine Assistenzärztin, ein Assistenzarzt und ein Medizinstudent podcasten aus der Uniklinik Freiburg zu allen möglichen psychotherapeutischen Themen; hauptsächlich geht es um verschiedene Diagnosen und mögliche Behandlungen. Immer wieder laden sie auch Experten ein, mit denen sie ins Gespräch kommen. Insbesondere für Laien empfehlenswert, da immer mit den Grundlagen des jeweiligen Themas begonnen wird. Aber auch als Fachmann/-frau hört man noch spannende Zusatz-Infos. Ganz abgesehen davon, dass Ismene, Sebastian und Moritz die Folgen einfach sehr sympathisch gestalten. 🙂

Lacast: Zugegeben – beim Lacast muss man es wirklich wollen. 😉 Florentin Will kommt regelmäßig mit dem Lacan-Experten Rolf Nemitz ins Gespräch, um die Psychoanalyse nach Jacques Lacan zu ergründen, welche sich selbst nicht als Psychotherapieform versteht. Die Folgen bauen aufeinander auf und vermitteln das Grundgerüst des lacanianischen Denkens. Ein durchaus spannendes Gedankenspiel, das dem Hörer immer wieder Denkanstöße mitgibt. Grundwissen in „normaler“ Psychoanalyse sind an einigen Stellen von Vorteil.

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