„Haben Sie auch so Probleme wie normale Menschen?“

Kürzlich habe ich in einer Hauptschulklasse (Alter der Schüler: zwischen 16 und 19) einen Suchtpräventionsvortrag zum Thema „Computerspiele“ gehalten. Ich hatte mich als Psychologin vorgestellt, woraufhin sich in etwa Folgendes abspielte:

Schüler 1: „Boah krass… also Sie sind so… Psycho…was? Psychologin? Boah… dann können Sie mich jetzt so voll analysieren und so, wie ich mich beweg und was ich eigentlich mein und so, oder? Und was ich so denk? Kann man Sie dann gar nicht anlügen??“

Das erinnerte mich ein wenig an die Begegnung mit der älteren Dame, von der ich hier berichtet habe. Eigentlich hätte ich diese ehrfürchtige Vorstellung ja erstmal bestätigen und erst am Schluss auflösen sollen, aber die Klasse hatte bis dahin so gut mitgemacht, dass ich mich getraut habe, mich zu „outen“. 😉

Auch dieser Schüler schien einerseits erleichtert, aber andererseits auch ein wenig enttäuscht, als ich ihm mitteilte, dass das nur Klischees sind. Natürlich haben wir durch unsere lange Ausbildung und durch unsere Berufserfahrung gewisse Fähigkeiten entwickelt und können eher korrekte Hypothesen aufstellen als Laien, aber es bleiben dennoch Hypothesen, die wir nur im Verlauf einer Behandlung prüfen können.
Klasse war dann auch noch Schüler 2, der den Titel für diesen Beitrag lieferte:

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