Was mache ich mit meinem Leben?!

Ihr Lieben, lange war es ruhig hier und das ganz ohne Ankündigung. Dafür möchte ich mich erstmal entschuldigen. Im Vorfeld hatte ich nicht damit gerechnet, dass es so lange dauern würde. Und trotzdem sind in dieser Zeit einige neue Abonnenten hinzugekommen – herzlich Willkommen!
Ich habe in den letzten Monaten viel darüber nachgedacht, wie ich mein Berufs- und mein privates Leben gestalten möchte, was wirklich wichtig ist und wie ich mein Leben sinnvoll leben kann. Das klingt nach großen Fragen und ich wollte das im Vorfeld nicht ankündigen, um mir selbst keinen Druck zu machen, dann irgendwann eine bahnbrechende Erkenntnis und Neuorientierung präsentieren zu müssen.

Eine Feststellung, die mich lange umgetrieben hat, war diese:
Die Welt geht den Bach runter und du machst Psychotherapie.

Kann ich das verantworten? Müsste ich nicht im Umweltschutz arbeiten? Meinen winzigen Beitrag zum Erhalt dieses Planet zumindest ein klein wenig vergrößern, indem ich ihm mein Arbeitsleben widme?

Ich habe tatsächlich auch ganz grundlegend mit dem Beruf gehadert und dem Feld, in dem ich momentan arbeite. (Hauptsächlich in der Jugendhilfe)
Und eben dieses Hadern hat dazu geführt, dass ich hier nicht gebloggt habe. Ich hatte es mir mehrmals vorgenommen und jedes Mal das Gefühl, euch als Lesern etwas „vorzumachen“, eine Beschäftigung und eine Passion für den Beruf vorzuheucheln, die nicht da war. (Spoiler: ich schreibe bewusst „war“. 😉 )

Wozu habe ich denn überhaupt wirklich Lust? Ich habe auf vielen Gebieten Interesse, kann mich für vieles begeistern. Das macht es oft sehr schwer, sich zu entscheiden. Was sich über die Monate allerdings immer mehr herausformte, war ein vertieftes Interesse daran, Computerspiele aus psychoanalytischer (jungianischer) Perspektive zu betrachten und als folgerichtigen Schritt auch die psychotherapeutische Arbeit mit diesen Spielen weiter in den Fokus zu rücken. Die vielen anderen Interessen werden weiter Hobby bleiben; an vielen Stellen werde ich allerdings neue Wege finden müssen, diese gut in mein Leben zu integrieren.

Ja, die analytische Psychologie hat mich doch nicht losgelassen. Im Gegenteil – es scheint eine neue Begeisterung dafür entbrannt zu sein, mich mit den Urbildern unserer Seele, mit Symbolen und Archetypen, zu beschäftigen. Sicher sind einige neue Patienten, die in letzter Zeit den Weg zu mir gefunden haben, daran nicht ganz unschuldig. 😉 Ich denke, ich habe auch den inneren Abstand gebraucht, um neu meinen Weg dorthin zu finden und mich wirklich ganz bewusst dafür zu entscheiden.

Im Feld „psychoanalytische Betrachtung von Computerspielen“ hat sich dadurch auch ein neues Projekt für mich aufgetan – von dem berichte ich allerdings erst, wenn es in trockenen Tüchern ist. Ein wenig müsst ihr euch da noch gedulden. 😉

Und die Natur? Die ist mir noch immer ein großes Anliegen, aber ich habe festgestellt, dass es schwierig ist, hier hauptberuflich unter zu kommen und es fühlte sich auch zunehmend weniger stimmig an. Meine Freizeit möchte ich allerdings mehr an dieser Stelle investieren und auch finanziell entsprechende Organisationen unterstützen, z.B. den Green Forest Fund.

Eines noch zum Schluss: eure Blogs, die ich abonniert habe, habe ich weiter mit großem Interesse verfolgt, auch wenn ich nicht kommentiert habe.

Ihr lest wieder von mir – auch die noch offenen Fragen aus der Kategorie „Ich hab da mal ne Frage…“ werden selbstverständlich beantwortet. 🙂
Es ist schön, wieder hier zu sein.

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Bild: Basile Morin, Wooden gate in Okochi Sanso Garden, Kyoto, Japan (2), Lizenz: CC BY-SA 4.0

5 Gedanken zu “Was mache ich mit meinem Leben?!

  1. Hallo Jeca,

    ich bin einer der neuen Abonnenten deines Blogs.

    Vielen Dank fürs Teilen deiner Gedanken, deiner Zweifel, deiner Entscheidungen. Ich befinde mich gerade, als Fachkollege ;), im beruflichen Umbruch und auch ich hadere mit dem was ich will. Wohin wird mich meine berufliche Reise führen? Alles ist offen, eine spannende Zeit voller Gedanken, Zweifel und Entscheidungen.

    Gruß vom Drachenläufer

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    1. Huhu Drachenläufer,

      vielen Dank für deinen Kommentar! Wie schön auch, einen Kollegen hier zu begrüßen. 🙂 Ja, so eine Umbruchphase ist immer so ambivalent: einerseits ist es ja unglaublich spannend und eine tolle Chance, gleichzeitig aber auch mit Zweifeln und Ängsten verbunden. Ich wünsche dir auf jeden Fall gute Gedanken und vertraute Menschen in deinem Umfeld, die dich auf deiner Reise begleiten. Alles Gute für dich!

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  2. Das sind sehr interessant Gedanken, mit denen ich mich teilweise stark identifizieren kann. Man sollte so viel tun, aber was genau ist die Frage und vor allem: sollte ich mich selbst und das, was ich gerne tue dafür hinten anstellen. Ich persönlich muss mich aus allem oft einfach zurücknehmen und die Welt mal Welt sein lassen und nur auf mich achten. Klingt egoistisch? Vielleicht. Aber letztendlich geht es mir erst einmal darum, dass ich gesund bin und zufrieden. Sonst habe ich auch gar nicht die Energie für anderes.

    Schön, dass du wieder da bist und ich werde auf jeden Fall auch eine Leserin deines neuen Blogs sein! 🙂

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    1. Liebe Julia,

      nein, ich finde das überhaupt nicht egoistisch, sondern – wie du ja auch selbst schreibst – ganz wichtig für die eigene Gesundheit und Psychohygiene. Ich glaube, die große Kunst liegt schlussendlich darin, einen Weg zu finden, der beides beinhaltet: den „Dienst am Größeren“ und den an mir selbst. Da hin zu kommen ist allerdings nicht immer so ganz einfach… 🙂 Aber vielleicht geht es ja genau darum – sich auf den Weg machen und dieses Ziel immer wieder im Blick zu behalten – mit allen (vermeintlichen?) Umwegen, die es mit sich bringt…

      Alles Liebe für dich und wie wunderbar, dass du auch beim neuen Blog dabei bist!
      Jessica

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      1. Liebe Jessica,

        ich bin mir sicher, dass in der heutigen Zeit dieses hin und her zwischen einem selbst und dem „Größerem“ immer eine Rolle spielen wird und damit für sich gut umzugehen eine langfristige Aufgabe darstellt.

        Ganz liebe Grüße
        Julia

        Gefällt 1 Person

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